Hofgeschichte

Zitiert aus „Am Weßlinger See – Ein Heimatbuch in Wort und Bild von Hans Porkert“, Kapitel 6, „Zur Geschichte der 37 Erstanwesen von Weßling“:

Gegenüber dem Postamt auf der einen und dem Gasthof „Post“ auf der anderen Seite liegt das Anwesen „Paulihansl“ oder „Pauli“, in der jüngeren Zeit auch „Bäuer“. Im Jahre 1812 hieß der Besitzer desselben Johann Ostermair. Von den 78 Tgw. Grundbesitz waren 30 Tgw. Wald und 48 Tgw. Acker und Wiese. Der Hof ist seither stets im Besitz der Ostermair geblieben. 1861 war es Josef Ostermair. Unter seiner Wirtschaftsführung gehörten im Jahre 1866 nach den Aufschreibungen im Kataster zur Hofanlage: Wohnhaus, Stall, Stadel, Streuhütte, Wagenremise, Backhaus, Hofraum und das Pfründhaus (Pfründer = Austragler). 1901 besaß das Anwesen erneut ein Johann Ostermair, seit 1949 Thomas und Maria, geb. Wunderl. Thomas Ostermair war langjähriger Gemeinderat und von 1942-1945 auch Bürgermeister von Weßling. 1977 ließ er auf den Vorbergäckern, links der Grünsinker Straße, einen Aussiedlerhof errichten, der von seinem Sohn Thomas bewirtschaftet wird. Daß der Hofname mit dem jüngsten Hoferben mitwandert, ist alter bäuerlicher Brauch und hat so seine Ordnung. Der „Pauli“ oder „Bäuer“ steht also jetzt vor dem Dorf und nicht mehr in der Mitte.